Bundesregierung | Neunter CEDAW-Staatenbericht beschlossen

Die Bundesregierung hat am 19. Mai den neunten Staatenbericht zur Umsetzung der Frauenrechtskonvention der Vereinten Nationen (VN) beschlossen. Regelmäßig wird solch ein Bericht unter Federführung des Bundesfrauenministeriums erstellt. Staaten, die das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women, CEDAW) unterzeichnet und ratifiziert haben, sind dazu verpflichtet. Die VN-Frauenrechtskonvention ist das wichtigste internationale Abkommen für die Rechte der Frau. Im neunten Staatenbericht wird erläutert, welche Maßnahmen Bund und Länder zwischen März 2017 und Mai 2021 zur Gleichstellung von Frauen umgesetzt haben.

Das Bundesfrauenministerium wird den neunten Staatenbericht an den Deutschen Bundestag, den Bundesrat und die Zivilgesellschaft übermitteln und zeitnah veröffentlichen. Mehr dazu auf der Website des BMFSFJ.

FAIR PAY – Wie geht es besser in Skandinavien? MITBESTIMMEN und GESTALTEN!

Es ist allgemein bekannt: Frauen verdienen für gleichwertige Arbeit in allen Ländern dieser Welt weniger als Männer. Der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen beträgt in Deutschland 18% und ist größtenteils strukturbedingt erklärbar: Frauen arbeiten häufiger in Branchen und Berufen, in denen schlechter bezahlt wird und sie seltener Führungspositionen erreichen. Auch arbeiten sie häufiger als Männer in Teilzeit und in Minijobs und verdienen deshalb im Durchschnitt pro Stunde weniger. Gender Pay Gap 2020: Frauen verdienten 18 % weniger als Männer. Quelle: Statistisches Bundesamt (www.destatis.de).

Wie kann diese Situation verändert werden? Wie kommen wir zu einer fairen Bezahlung von Frauen? Wege dahin zeigen Beispiele aus skandinavischen Ländern auf: in Island gibt es das verpflichtende Lohngleichheitszertifikat für Unternehmen ab 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in Norwegen werden Gehälter und Steuerdaten öffentlich gemacht, in Schweden wurde schon vor fast 30 Jahren das Ehegattensplitting abgeschafft.

Die internationale Konferenz wird im Rahmen des Projektes „Gleichstellung sichtbar machen – CEDAW in Niedersachsen“ vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert. Die Hansestadt Stade ist Modellregion mit dem Themenschwerpunkt „Existenzsicherung von Frauen“. In der virtuellen Konferenz mit internationalen hochkarätigen Referentinnen und Referenten aus Deutschland und aus dem skandinavischen Raum gehen wir dem nach mit Vorträgen, Diskussionen, Workshops, Filmen und vielem mehr.

Jetzt anmelden! https://cedaw-stade.de/

Sexualisierte Gewalt hat viele Gesichter | Wolfenbüttel

Sexualisierte Gewalt hat viele Gesichter: körperliche, psychische und wirtschaftliche Schäden können die Folge sein. Viele Menschen haben in ihrem Leben bereits Erfahrungen machen müssen, die auf die sexuelle Identität zurückzuführen sind. Das kann der Pfiff in der Stadt oder der Blick einer Lehrkraft, dass kann ein „verunstaltetes“ Foto, ein Eintrag im sozialen Netzwerk oder „die schräge Anmache“, das „herunterspielen“ einer Situation oder ungewollte Berührungen …und Alles darüber hinaus sein. Wolfenbüttels Gleichstellungsbeauftragte sammelt Ihre Erfahrungen – Ihre Berichte zur gefühlten Gewalt, um sie in einem Buch festzuhalten. Das Buch soll im Rahmen einer Aktionszeit gegen Gewalt am 19. November einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das Projekt will eine gesellschaftliche Auseinandersetzung und Sensibilisierung mit dem Thema Sexualisierte Gewalt anregen. Es soll als wachrüttelndes Instrument dienen und gleichzeitig das Thema enttabuisieren. Unterstützt wird dieses Vorhaben durch „Gleichstellung sichtbar machen – CEDAW in Niedersachsen“, einer gemeinsamen Initiative des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in Niedersachsen. Die Veröffentlichung Ihres Beitrages erfolgt anonym. Lediglich Ihr angegebenes Geschlecht und Ihr aktuelles Alter werden sich in dem Buch wiederfinden. Bitte bedenken Sie, dass mit dem Schreiben und der (anonymen) Veröffentlichung Emotionen ausgelöst werden könnten. Das Angebot verfolgt und bietet keinerlei therapeutische Ansätze.

Bitte senden Sie Ihr Erlebnis per E-Mail (Word-Datei) mit max. 5400 Zeichen bis 18. Juli an Gleichstellungsbeauftrage@wolfenbuettel.de.

Für Fragen steht die Gleichstellungsbeauftragte Simone Reese unter der Telefonnr. 05331- 86399 oder per E-Mail zur Verfügung.

Vor 150 Jahren, am 15. Mai 1871, wurde der Schwangerschaftsabbruch erstmals ins Strafgesetzbuch übernommen. Seitdem gelten Frauen, die eine unerwünschte Schwangerschaft abbrechen, quasi als Verbrecherinnen. Im Alltag wird zwar von einer Strafe abgesehen, wenn die Frauen sich einer Beratung unterzogen haben, die Strafbarkeit bleibt aber formal bestehen. „Ob dies tatsächlich notwendig ist, um werdendes Leben zu schützen, bezweifele ich“, so Gleichstellungsministerin Daniela Behrens. „Der beste Schutz ist eine gute Aufklärung und ein guter Zugang zu Verhütungsmitteln. Die Zwangsberatung – so gut die Beratung selbst auch ist – bringt jede Frau in eine besondere Situation. Dagegen ist eine gute freiwillige Beratung eine Stärkung und Unterstützung.“  Es ist ein Menschenrecht, dass Frauen über ihren Körper selbst bestimmen können. In der Frauenrechtskonvention CEDAW der Vereinten Nationen ist dies in Artikel 16 ausdrücklich geregelt. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung beteiligt sich deshalb am 15. Mai 2021 als Teil des Netzwerkes Frauen Mädchen und Gesundheit Niedersachsen an der Online-Veranstaltung „150 Jahre § 218 – wie viel Freiheit haben wir wirklich?“.

Infofächer 'Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf'

Der doppelseitige Infofächer ist gedacht als praktische Beratungsgrundlage für Gleichstellungsbeauftragte und Personalverantwortliche rund um die Themen Schwangerschaft und Elternzeit, Wiedereinstieg, Familie und Finanzen, Kinderbetreuung, Pflege und Beruf, Arbeitszeitgestaltung sowie Netzwerke und Beratungsangebote. Er gibt Auskunft über die wichtigsten Gesetze, Hinweise zur Umsetzung sowie Tipps und Beispiele aus der Praxis. Mehr dazu