Der Vortrag "Incels, Pick-Up-Artists, Rechtsextremisten. Erscheinungsformen und Ursachen des aktuellen Antifeminismus" von Prof. Dr. Rolf Pohl fand im Rahmen der Online – Tagung "Feindbild Frau - Antifeministen und Frauenhasser auf dem Vormarsch." am 07.10.2022 statt. Er wurde von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Syke in Kooperation mit der Arbeitsgruppe Demokratieprinzip der lag Gleichstellung-Niedersachsen veranstaltet. Den Vortrag können Sie hier als Video abrufen.

Modellregion Stade im Jahr 2022

Die Modellregion Stade plant für das Projektjahr 2022 eine Veranstaltungsreihe vom 10. Februar bis 27. März 2022, die verschiedene Themen rund um die Existenzsicherung von Frauen und - damit zusammenhängend - Sexismus behandelt. So findet am 08. März ein Workshop mit Katja Geist, Referentin für Kommunikationstraining, über den selbstbewussten Umgang mit Präsentationen und Redesituationen im Beruf statt. Über Sexismus, seine Auswirkungen auf Betroffene und wie präventiv dagegen angekämpft werden kann referiert Stefanie Lohaus am 08. März in einem digitalen Workshop. Die Leiterin der EAf Berlin – Diversity in Leadership wird hier unter anderem die unterschiedlichen Facetten von Sexismus erläutern und konkret aufzeigen wie man als Kommune, Unternehmen oder auch als Individuum Sexismus begegnen und Betroffenen beistehen kann.

Mit einer großflächigen Werbeaktion auf einem Bus der KVG und dem Aufruf zur Unterzeichnung der im letzten Projektjahr mit internationalen Expertinnen und Experten entwickelten „Stader Erklärung“ wird darüber hinaus am Equal Pay Day öffentlich auf den Verdienstunterschied zwischen Mann und Frau aufmerksam gemacht.

Den Flyer und mehr zu der Veranstaltungsreihe „Mehr Stolz, ihr Frauen!“ Sexismus im Alltag finden Sie hier.

CEDAW 2021 - Rückblick

Wie kann die UN Frauenrechtskonvention im Flächenland Niedersachsen bekannt werden? Zum Beispiel über unsere Projekte mit den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, die auch im Jahr 2021 viele kreative Ideen hatten und trotz Corona vor Ort umgesetzt haben. Orientiert haben sich die Projekte und Veranstaltungen an unseren Schwerpunktthemen. Einen Einblick in die Vielfalt der lokalen Angebote finden Sie hier. Die Liste der beispielhaften Projekte wird weiter ergänzt. Auch die Aktivitäten der Modellregionen können Sie hier nachverfolgen.

Vereinbarkeit von Pflege und Beruf - Online Fachaustausch

Die Lebenserwartung und Alterung in Deutschland steigt und damit nimmt das Thema Pflege an Bedeutung zu. Ende 2019 lebten in Deutschland rund 4,1 Millionen Menschen, die pflegebedürftig waren. Vier von fünf Pflegebedürftigen (80 Prozent bzw. 3,31 Millionen) wurden im häuslichen Umfeld versorgt. Davon wurden 2,33 Millionen größtenteils von Angehörigen gepflegt. (Vgl. www.destatis.de) Frauen tragen dabei mit 70% die Hauptlast. Sie sind die Hauptverantwortlichen, wenn es zu einem Pflegefall in der Familie kommt. Mehr als die Hälfte (65%) kombinieren die Pflege der/des Angehörigen zusätzlich mit eigener Berufstätigkeit und anderen familiären Pflichten. Daraus ergibt sich ein extrem hohes Belastungspotenzial. Physische und psychische/emotionale Belastungen sind neben sozialer Isolation, Reduktion eigener Bedürfnisse und Verdienstausfälle für viele die Folgen.

Im Rahmen des Projektes "Gleichstellung sichtbar machen - CEDAW in Niedersachsen" wurde die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf aus der Genderperspektive betrachtet. Die Referentin Senta Marienfeld hat an die rechtlichen Hintergründe und gesetzlichen Rahmenbedingungen herangeführt und einen Einblick in die Thematik aus der Genderperspektive ermöglicht. Gleichzeitig wurden Bedürfnisse und Unterstützungssysteme pflegender Beschäftigter erarbeitet. Die Veranstaltung richtete sich an Gleichstellungsbeauftragte und zielte auf die Vermittlung und den Austausch wichtiger Erkenntnisse und Empfehlungen für die Arbeit ab.

Ausstellung in der Region Hannover

Im Rahmen eines politischen Frauenempfangs wurde die CEDAW-Ausstellung am 19.11.2021 im Haus der Region in Hannover aufgestellt. Die Veranstaltung wurde von der Gleichstellungbeauftragten der Region Hannover Petra Mundt organisiert und richtete sich an alle weiblichen Abgeordneten der neu konstituierten Regionsversammlung. Hintergrund der Veranstaltung war es, die Region Hannover auch zukünftig gemeinsam gleichstellungspolitisch weiterzuentwickeln und in den Austausch zu kommen. Zusätzlich war die Ausstellung vom 22.11.2021 bis einschließlich 28.11.2021 anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, in den Fluren des Regionshauses (Hildesheimer Straße 20) zu besichtigen.

Die Dokumenation der Veranstaltung ist jetzt online. Filme, Vorträge und mehr sind abrufbar.

Es ist allgemein bekannt: Frauen verdienen für gleichwertige Arbeit in allen Ländern dieser Welt weniger als Männer. Der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen beträgt in Deutschland 18%. Wie kann diese Situation verändert werden? Wie kommen wir zu einer fairen Bezahlung von Frauen? Wege dahin zeigen Beispiele aus skandinavischen Ländern auf: in Island gibt es das verpflichtende Lohngleichheitszertifikat für Unternehmen ab 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in Norwegen werden Gehälter und Steuerdaten öffentlich gemacht, in Schweden wurde schon vor fast 30 Jahren das Ehegattensplitting abgeschafft. Die internationale Konferenz, ausgerichtet von der Hansestadt Stade, die Modellregion CEDAW in Niedersachsen ist, wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert.

Bundesregierung | Neunter CEDAW-Staatenbericht beschlossen

Die Bundesregierung hat am 19. Mai den neunten Staatenbericht zur Umsetzung der Frauenrechtskonvention der Vereinten Nationen (VN) beschlossen. Regelmäßig wird solch ein Bericht unter Federführung des Bundesfrauenministeriums erstellt. Staaten, die das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women, CEDAW) unterzeichnet und ratifiziert haben, sind dazu verpflichtet. Die VN-Frauenrechtskonvention ist das wichtigste internationale Abkommen für die Rechte der Frau. Im neunten Staatenbericht wird erläutert, welche Maßnahmen Bund und Länder zwischen März 2017 und Mai 2021 zur Gleichstellung von Frauen umgesetzt haben. Das Projekt "Gleichstellung sichtbar machen - CEDAW in Niedersachsen" wird im Staatenbericht als Beispiel für die Umsetzung in den Bundesländern erwähnt. Der neunte Staatenbericht steht auf der Website des BMFSFJ zum Download zur Verfügung.

Infofächer 'Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf'

Der doppelseitige Infofächer ist gedacht als praktische Beratungsgrundlage für Gleichstellungsbeauftragte und Personalverantwortliche rund um die Themen Schwangerschaft und Elternzeit, Wiedereinstieg, Familie und Finanzen, Kinderbetreuung, Pflege und Beruf, Arbeitszeitgestaltung sowie Netzwerke und Beratungsangebote. Er gibt Auskunft über die wichtigsten Gesetze, Hinweise zur Umsetzung sowie Tipps und Beispiele aus der Praxis. Mehr zur Printausgabe.

Den Infofächer finden Sie auch online. Er steht unter www.vereinbarkeit-gestalten.de zur Verfügung.