Vorstellung des Projektes "Gleichstellung sichtbar machen" im Kreisfrauenrat im Landkreis Verden

„Frauenrechte sind Menschenrechte“ unter dem Motto stellte Silke Gardlo Projektleiterin von Gleichberechtigung und Vernetzung aus Hannover die UN-Frauenrechtskonvention CEDAW am 12. September im Kreishaus in Verden vor. Das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung von Frauen haben fast alle Staaten der Welt unterzeichnet. Über die Einhaltung des Abkommens wird alle zwei Jahre berichtet. Dabei gerät Deutschland bei den Themen Entgeltgleichheit, Gewalt gegen Frauen, Rentengerechtigkeit und Berufsorientierung in die Kritik der NGOs.

Wie es mit dem niedersächsischen Projekt des Ministeriums gelingen kann, auf das Thema Gleichstellung aufmerksam zu machen, zeigte Silke Gardlo an praktischen Beispielen. In fünf Modellregionen in Niedersachsen werden die Handlungsfelder Politische Partizipation von Frauen, Geburtshilfe und Hebammenmangel, Existenzsicherung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie das Thema Gewalt gegen Frauen in den Mittelpunkt gestellt. Mit Ausstellungen und vor allem mit ganz konkreten Projekten wird Gleichstellung sichtbar. Im Landkreis Verden wird es noch in diesem Jahr CEDAW-Veranstaltungen zur Integration von Migrantinnen, zur politischen Teilhabe von Frauen und zum Wandel von Geschlechterrollen geben. “Die Frauenrechtskonvention wirkt von der globalen Ebene auf die kommunale Ebene ein,“ so Gardlo, „die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten greifen die Themen vor Ort auf und sind aktiv an der Umsetzung beteiligt. Die Ausstellung zum Projekt war zur Sitzung des Kreisfrauenrates im Foyer des Kreishauses zu sehen.

Auftaktveranstaltung

Am 27. Juni 2019 eröffnete die Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Stade die Veranstaltung mit einem Impuls zur finanziellen Sicherung von Frauen und der Beteiligung der Stadt Stade als Modellregion des Projekts "Gleichstellung sichtbar machen - CEDAW in Niedersachsen". Rund 100 Besucherinnen und Besucher kamen in den Veranstaltungsräumen der Seminarturnhalle zusammen und widmeten den Tag der "Beseitigung der Diskriminierung der Frau im Berufsleben". Darin beinhaltet sind das "Recht auf Arbeit", Chancengleichheit, die "freie Berufswahl" sowie "das Recht auf gleiches Entgelt" (UN-Frauenrechtskonvention, Art. 11).

Auftaktveranstaltung

Die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf stand am 28.05.2019 im Landkreis Schaumburg im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung des Projektes "Gleichstellung sichtbar machen - CEDAW in Niedersachsen". Teilnehmende u.a. aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Wohlfahrtsverbände und Frauenorganisationen kamen zusammen, um sich intensiv mit der UN-Frauenrechtskonvention sowie der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf auseinanderzusetzen. Dabei standen die Themenbereiche "Väter", "Wiedereinstieg" und "Pflege" im Mittelpunkt der Diskussionsrunden.

Die UN-Frauenrechtskonvention:

Gesunde Geburt – was wird gebraucht?

Der Hebammenmangel ist bundesweit ein Problem. Eine flächendeckende Versorgung und Betreuung ist nicht gewährleistet. Immer mehr Kreißsäle werden geschlossen. Auch in der Region Aurich/Ostfriesland ist es eine Herausforderung, den Bedarf an Begleitung und Betreuung von Schwangeren zu decken. Um hier entgegenzuwirken setzt sich das Modellprojekt unter anderem für die Neuausrichtung des Hebammenberufs ein. In der „Westersteder Erklärung“ plädiert ein regionales Bündnis für die Einrichtung eines Studiengangs „Hebammenwissenschaft“ im Nordwesten Niedersachsens.