Modellregion Göttingen

Politische Partizipation von Frauen

Politische Partizipation von Frauen – Ich beteilige mich!
Politische Partizipation von Frauen bedeutet, Frauen als Interessensvertreterinnen in der Politik zu platzieren. Sie nehmen ihre Möglichkeiten wahr, politische Themen mitzubestimmen sowie Entscheidungsmacht auszuüben. Es gilt das Politikbewusstsein der Frauen zu fördern und zu verdeutlichen, dass viele private Themen auch politisch sind.

In Göttingen wird mit Bürgerinnen und Bürgern, Organisationen und Vereinen sowie der Politik an Strategien gearbeitet um Frauen intensiver am politischen Geschehen zu beteiligen. Dabei geht es auch um die Vorstellung der UN-Frauenrechtskonvention, die u.a. als Ausstellung im Rathaus gezeigt wurde.

Das Thema politische Partizipation ist in Göttingen breit angelegt, von der Beteiligung von Frauen mit Migrationshintergrund über Stadtrundgänge zum Frauenwahlrecht, Diskussionen über ein Paritätsgesetz sowie Workshops und Vorträge reicht das Angebot. Aus den Veranstaltungen ist die Forderung nach einer Einführung von Gender Budgeting in der Stadt Göttingen hervorgegangen. Dazu hat nach internen Veranstaltungen auch eine öffentliche Anhörung stattgefunden. Fragen zur Einführung eines Paritätsgesetzes wurden beim Auftakt und in einer Podiumsrunde mit Bundestagsabgeordneten diskutiert.

Kontakt zum Standort Göttingen
Christine Müller
Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Göttingen
Hiroshimaplatz 1-4
37083 Göttingen
Telefon (0551) 400-3305
gleichstellungsbuero@goettingen.de
https://gleichstellung.goettingen.de

Politische Partizipation von Frauen: Das geht auch digital sehr gut!? Erfahrungsaustausch und "Dos and Don´ts" im digitalen Raum

Durch die Pandemie wurden große Teile politischer Prozesse in den digitalen Raum verschoben. Um politisch interessierte und motivierte Frauen zu unterstützen, dieser Veränderung gerecht zu werden, hat das Gleichstellungsbüro der Stadt Göttingen eine Veranstaltung mit dem Titel „Politische Partizipation von Frauen: Das geht auch digital sehr gut!? Erfahrungsaustausch und Dos and Don´ts im digitalen Raum“ am 08.07.2021 organisiert. Was bedeutet die Verschiebung politischer Prozesse in den digitalen Raum für die politische Partizipation von Frauen? Welche Chancen und Probleme bringt dies mit sich? Und: Welche Tipps und Tricks können ganz leicht umgesetzt werden, damit ein kompetentes Auftreten auch digital aus dem eigenen Wohnzimmer heraus gelingt? Mit fachlichem Input und unter professioneller Anleitung von Anna Jöster (Freiberufliche Trainerin für Stimme, Sprechen und Körperausdruck, Präsentation, Moderation, Gesprächsführung, Diversity- und Genderkompetenz in der Kommunikation, Sprechtraining für Mediensprecherinnen und –sprecher) und Kommunalpolitikerin Silke Gardlo (Projektleitung „Gleichstellung sichtbar machen – CEDAW in Niedersachsen“) wurden diese Fragen gemeinsam mit den Teilnehmerinnen erarbeitet und Erfahrungen ausgetauscht.

Wie sind Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in den Parteien vertreten?

Am 17. Mai 2021 fand in Göttingen die Veranstaltung „Wie sind Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in den Parteien vertreten?“ statt. Im Rat der Stadt Göttingen sind Frauen mit fast 50% recht gut vertreten. Allerdings hat lediglich eine Mandatsträgerin Zuwanderungsgeschichte. Welche Ansätze gibt es in den Parteien, dies zu ändern? Wie vertreten sie die Anliegen zugewanderter Frauen? Wie erreichen sie die Wählerinnen mit Zuwanderungsgeschichte? In einer lebhaften Diskussionsrunde stellten sich Vertretungen der Göttinger Ratsfraktionen und –gruppe diesen und weiteren Fragen und thematisierten die unterschiedlichen Möglichkeiten und/oder auch Beschränkungen der politischen Teilhabe. Die Veranstaltung wurde live aus dem Startraum Göttingen digital übertragen.

Auf dem Podium waren vertreten: Helena Arndt - PARTEI | Karola Margraf - SPD | Regina Meyer - Bündnis 90/Die Grünen | Bärbel Safieh - Göttinger Linke/ALG | Thorben Siepmann - FDP |Jasmin Smilge - CDU

Dokumentationsvideo: https://www.youtube.com/watch?v=Z1ME7EYiP9I

Ist der Integrationsrat Göttingen als Interessenvertretung von Frauen geeignet?

„Ist der Integrationsrat Göttingen als Interessenvertretung von Frauen geeignet“ – So lautete der Titel der vom Gleichstellungsbüro der Stadt Göttingen, Integrationsrat Göttingen und Büro für Integration veranstalteten Diskussionsrunde, die am 10.03.2021 in Göttingen stattfand. Anlass war die Zahl der weiblichen Vertreterinnen im Integrationsrat Göttingen: Für die Wahlen zum Integrationsrat Göttingen kandidierten 2017 mehr als ein Drittel Frauen. Weniger als ein Viertel wurde in den Integrationsrat gewählt. Kann der Integrationsrat Göttingen trotzdem die Interessen von Frauen vertreten? Was sollten Frauen für eine erfolgreiche Interessenvertretung beachten? Über diese Fragen und andere diskutierten Vertreterinnen aus Integrationsrat und Politik: Filiz Polat (MdB, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen), Irina Schnar (Vorsitzende des Integrationsrates Göttingen), Dr. Gülsan Yalcin (Vorsitzende des Niedersächsischen Integrationsrates) und Yanitsa Petrova (stellv. Vorsitzende des Integrationsrates Göttingen).

Informationsveranstaltung - Gender Budgeting

Im aktuellen Haushaltsaufstellungsverfahren für das Jahr 2021 waren die Organisationseinheiten der Stadt Göttingen im Zusammenhang mit der Einführung von Gender Budgeting aufgefordert, jeweils ein Produkt ihres Verantwortungsbereiches zu klassifizieren. Die Vorgehensweise, bisherigen Ergebnisse des Prozesses und der aktuelle Stand der Stadt Göttingen wurden in der Online Veranstaltung „Gender Budgeting“ am 01.03.2021 vom Fachbereich Finanzen vorgestellt. Begleitet wurde die Informationsveranstaltung durch die Fachexpertin für Gleichstellungspolitik Frau Dr. Regina Frey aus Berlin. Sie führte die anwesenden politischen Akteurinnen und Akteure der Stadt Göttingen in die Thematik Gender Budgeting ein und ordnete diese in den Fachdiskurs ein.

Talk in Göttingen – Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in die Politik!

Zum Talk „Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in die Politik!“ hatte die Christine Müller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Göttingen am 12. November 2020 eingeladen. Göttingen ist CEDAW Modellregion zum Thema politische Partizipation von Frauen. Auf dem Podium haben Dr. Gülsan Yalçin vom Integrationsrat Niedersachsen und Integrationsrat Göttingen, Elvan Tekindor-Freyjer, Mitglied im Ortsrat Geismar, sowie Irina Schnar vom Integrationsverein e.V. und Integrationsrat Göttingen über ihre eigenen Biografien und ihre Wege in die Politik berichtet. Die Veranstaltung hatte zum Ziel, politisch interessierte Frauen zu ermutigen, sich politisch zu engagieren. Unter den interessierten Zuschauerinnen und Zuschauern wurde rege diskutiert und neben den Hürden und Rückschlägen mit denen sich Frauen mit Zuwanderungsgeschichte auseinandersetzen müssen, auch über Handlungsempfehlungen gesprochen. Die politisch engagierten Frauen auf dem Podium waren sich einig, dass es viel Hartnäckigkeit bedarf sich als Frau mit Migrationsgeschichte politisch durchzusetzen. Gleichzeitig ermutigten sie die anwesenden Frauen sich dieser Aufgabe zu stellen und so Änderungsprozesse in Gang zu bringen.

Weitere Veranstaltungen im Jahr 2020

Am 28. Januar 2020 fand ein Fachgespräch zum Thema "Frauen in die Aufsichtsräte" statt. Mit Ratsfrauen, Teilnehmerinnen des Mentoring Programms FRAU.MACHT.DEMOKRATIE und interessierten Frauen.

Am 10.9.2020 findet die Veranstaltung "Hate Speech und digitale Gewalt gegen Frauen – HANDLUNGSBEDARF!" in Göttingen statt. Mehr dazu in unserem Terminkalender.

Folgeveranstaltungen im Jahr 2019

Am 30. September 2019 ging es im Göttinger Frauenforum um das Projekt "Gleichstellung sichtbar machen - CEDAW in Niedersachsen".

Hearing "Gender Budgeting"

Die Stadt Göttingen hat mit dem Doppelhaushalt 2019/2020 im Fachbereich Finanzen' ein neues Ziel zum Thema "Gender Budgeting" beschlossen. Es geht um die Integration von Genderinformationen in den Haushaltsprozess mittels Gender Budgeting sowie die Durchführung einer Genderwirkungsanalyse bis Ende 2019. Außerdem ist das Thema Gender Budgeting auch ein Baustein der UN Frauenrechtskonvention CEDAW (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women).

Um Intention und Inhalt des Themas Gender Budgeting zu erläutern Anregungen und Vorschläge zur Ausgestaltung bei der Stadt Göttingen aufzunehmen, fand für Rat und Verwaltung ein Hearing am 19.08.2019 im Ratssaal des Neuen Rathauses statt.

Das Hearing wurde vom Ersten Stadtrat Herrn Schmetz, der Leiterin des Gleichstellungsbüros Frau Müller sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gleichstellungsbüros und des Fachbereichs Finanzen durchgeführt. Aus München hat die Referentin Frau Renee Parlar (Beraterin für Gender Budgeting und Mitarbeiterin der Landeshauptstadt München, Direktorium, Zentrale Verwaltungsangelegenheiten, Gleichstellungsorientierte Haushaltssteuerung) die "Gleichstellungsorientierte Haushaltssteuerung in der Landeshauptstadt München" vorgestellt. Darüber hinaus wurde den Teilnehmenden ein Konzeptentwurf der Göttinger Stadtverwaltung bezüglich der Zielführung, Funktionsweise und Handhabung des Gender Budgeting bei der Stadt Göttingen präsentiert.

Mehr dazu auf der Website des Gleichstellungsbüros der Stadt Göttingen.

„Politische Partizipation von Frauen“ – Wie geht es weiter in Göttingen?

Am 18. Oktober 2018 fand im Göttinger „Coworking Space“ bei pro office ein Workshop statt. Nach einem Rückblick auf die bereits stattgefundenen Veranstaltungen in Göttingen und einer kurzen Information über das Frauenrechtsabkommen CEDAW stand die Situation in Göttingen im Mittelpunkt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatte Gelegenheit zu vier Gleichstellungsthemen mit Expertinnen ins Gespräch zu kommen.

Es fand eine Diskussion an moderierten Thementischen statt zu:

  • Gleichstellung bei städtischen Beteiligungen incl. Aufsichtsgremien. Tischverantwortliche: Claudia Leuner-Haverich
  • Netzwerken für Gleichstellung. Tischverantwortliche: Christine Krumm
  • Beteiligung von „zugewanderten“ Frauen. Tischverantwortliche: Dr. Gülşan Yalçin und Birgit Sacher
  • Gender Budgeting in der Stadt Göttingen. Tischverantwortliche: Susanne Stobbe und Katja Grothe

Die Ergebnisse der Diskussion wurden gesichert und Schwerpunkte für die weitere Bearbeitung in Göttingen festgelegt.

Politische Partizipation von Frauen - Blick in die Geschichte

In Göttingen fanden im Jahr 2018 zwei Folgeveranstaltungen statt. Zunächst wurde das Jubiläum zum Frauenwahlrecht mit der heutigen politischen Teilhabe von Frauen verknüpft. Am 21. August 2018 haben die Teilnehmenden im Rahmen der Landesinitiative „Gleichstellung sichtbar machen – CEDAW in Niedersachsen“ einen besonderen Stadtrundgang durch Göttingen erlebt. Es wurden 100 Jahre Frauengeschichte mit besonderem Blick auf politische Partizipation von Frauen in Göttingen in den Blick genommen. Mit dem Rundgang wurde auch gleichzeitig Gleichstellung in Göttingen sichtbar gemacht. An vielen Stationen wurde den Zuhörerinnen und Zuhörern Geschichte vermittelt. Dabei ging es um die Anfänge und Kämpfe zur Erreichung des Wahlrechtes, zur Rolle von Frauen im Nationalsozialismus, zum von einer Frau initiierten Widerstand gegen Atomwaffen und zur Frauenbewegung ab 1968 sowie aktuellen frauen- und gleichstellungspolitischen Themen in Göttingen.

Auftaktveranstaltung im Mai 2018

Auftakt war am 31. Mai 2018 mit der Veranstaltung „Politische Partizipation von Frauen“, bei der es um die Teilhabe und Beteiligung von Frauen an politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen sowie in den politischen Gremien und Vertretungen ging. Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta, Bürgermeisterin Helmi Behbehani, sowie Ulrike Westphal vom Gleichstellungsministerium haben dabei Impulse gegeben, wie diese Partizipation gelingen kann. Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta sagte in ihrem Grußwort: „Das Thema das Sie gewählt haben könnte aktueller kaum sein: Der Frauenanteil im Bundestag ist so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Im Niedersächsischen Landtag ist dieser ebenfalls erstmals wieder
gesunken – auf unter 30 Prozent. Dieser Rückschritt in unseren Parlamenten muss uns umtreiben!“ Ihre Schlussfolgerung: „Frauen wurden lange Zeit gefördert, es ist an der Zeit dass sie fordern!“

Bürgermeisterin Helmi Behbehani stellte heraus, dass der Rat der Stadt Göttingen zwar seit 2016 mit 44,7% Frauenanteil positiv abweicht, es sich aber lohne, genauer hinzuschauen nach Funktionen oder beispielsweise Aufsichtsräten. Ulrike Westphal vom Niedersächsischen Gleichstellungsministerium informierte über die Ministeriums-Initiative „Gleichstellung sichtbar machen – CEDAW in Niedersachsen“. Ziel sei, nicht nur das Frauenrechtsabkommen bekannter zu machen, sondern auch bei den inhaltlichen Schwerpunkten Verbesserungen zu erreichen, so Westphal.

Dr. Katja Rodi, Universität Greifswald, Rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät informierte über die Inhalte und Wirkungsweise des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau kurz CEDAW. Obwohl es bereits seit 1979 existiert, war es nur wenigen der sechzig Teilnehmenden bekannt und traf auf reges Interesse.

Dokumentation Auftaktveranstaltung

Dokumentation-Auftakt-Göttingen_5-2018.pdf (2,4 MiB)

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